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Studien - Flüchtlinge und Verbraucherschutz
  • 23.03.2017

Vorstellung der Ergebnisse der Studie „Migranten als Verbraucher – wie Information gelingen kann“ des Instituts für Verbraucherjournalismus (ifv)

Titelbild Broschüre: Achmed und Ayse gehen einkaufen

Baden-Württemberg steht vor der Herausforderung, viele geflüchtete Menschen zu integrieren. Dabei ist auch die Verbraucherarbeit gefragt. Für das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz stand zunächst im Vordergrund, die Bedürfnisse von Flüchtlingen als besondere Verbrauchergruppe herauszufinden, um dann angemessen darauf reagieren zu können. Daher wurde im Jahr 2016 eine Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden „…wie […] man Migranten und Flüchtlinge in kurzer Zeit befähigen [kann], die wichtigsten Grundlagen des Verbraucherwissens der deutschen Gesellschaft kennenzulernen und umzusetzen“. Ergebnis war, dass sich Flüchtlinge mit Verbraucherinformation erreichen lassen. Jedoch in der Regel nicht über herkömmliche Informationsangebote.

Methode

Die Forscher untersuchten zunächst den Status quo der Verbraucherinformation für Geflüchtete. Bestehende Printmedien wurden dann auf deren Informationswirkung hin untersucht. Eine Befragung ermittelte, was für geflüchtete Menschen verständliche Information bedeutet. Auf diesen Erkenntnissen fußend entstand ein Praxisbeispiel, wie gute emotionale und damit nachhaltige Information für Flüchtlinge aussehen könnte.

Ergebnis

Geflüchtete seien durchaus zu erreichen, so das Ergebnis der Studie. Allerdings liefen herkömmliche Informationsangebote oft ins Leere. Sie gingen meist an den Bedürfnissen von Geflüchteten vorbei, weil sie abstrakt, überfrachtet, absenderorientiert, sprachlich unzugänglich oder unemotional seien. Hinzu komme, dass das Misstrauen gegenüber offizieller Information bei vielen Geflüchteten groß sei.

Empfehlung

Das Institut für Verbraucherjournalismus (ifv) empfiehlt deshalb mit einfachen Botschaften auf die Bedürfnisse von geflüchteten Verbraucherinnen und Verbrauchern zuzugehen. Ein Mittel sei das Medium des Kinderbuches. Die meisten Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund seien sprachlich schneller qualifiziert als ihre Eltern. Deshalb schlägt das ifv ein Informationsangebot vor, das über Kinder und Jugendliche in die Familien eingebracht werden kann. Das Blättern, gemeinsame Anschauen, Lesen und Vorlesen führe zu einer Teilhabe vieler Beteiligter. Eine zweisprachige visualisierte Kommunikation, die als Kinderbuch genauso funktioniere wie eine visualisierte Botschaft an Erwachsene, sei zielführend und führe zu Anregungen und Diskussionen im Familienkreis.

Eine weitere Möglichkeit sei die Produktion eines YouTube-Films für den die Forscher ein Drehbuchbeispiel vorlegten. Gewählt wurde ebenfalls ein Alltagsthema – die Frage, wie sich Migranten und Flüchtlinge am besten informieren können, wenn sie einen Mobiltelefon-Vertrag abschließen wollen. Das Drehbuch ist bewusst einfach gehalten. Seine Struktur kann auf viele denkbare Situationen aus dem Verbraucheralltag übertragen werden.

Weitere Informationen

„Migranten als Verbraucher – wie Information gelingen kann“ (4,6 MB)
Schlussbericht des Instituts für Verbraucherjournalismus (ifv) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg Weiden im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg 

Kinderbuch/Broschüre „Ayse und Ahmed gehen einkaufen - Eine Geschichte für Kinder und Erwachsene“ (6,7 MB)

Drehbuch für einen Bewegtbild-Beitrag (z. B. YouTube-Video)

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