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  • 20.01.2015

Im Blickpunkt: Senioren als Verbraucher - Neue repräsentative Verbraucherstudie für Baden-Württemberg 2009

Für Senioren gibt es inzwischen ein reichhaltiges Warenangebot: generationengerechte Handys, Reisen oder Fahrräder. Auch die Werbung hat die einzig wachsende Bevölkerungsgruppe Deutschlands längst entdeckt. Aber wie gehen ältere Verbraucher mit ihren Konsumwünschen um? Wie sehen sie ihre eigene Rolle?

In einer vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Auftrag gegebenen Verbraucherstudie wurden im September 2009 repräsentativ ausgewählte Verbraucher befragt und ihre Antworten mit denen der über 60-Jährigen verglichen. Abgefragt wurden die Bereiche Öffentlicher Personennahverkehr, Gesundheit, Finanzen, Telekommunikation, Internet und das Informationsverhalten der Verbraucher.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Verbraucher sehen sich gut informiert

Ältere Menschen in Baden-Württemberg sehen sich keineswegs als wehrlose Verbraucher, die dem "Konsumterror" nichts entgegenzusetzen haben. Im Vergleich mit dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (68 %) betrachten sich sogar 75 % der Altersgruppe über 60 als gut oder sehr gut informiert. Dies könnte als Ausdruck einer sehr langen Konsumerfahrung interpretiert werden.
Verbraucher über 60 informieren sich zu Verbraucherthemen in erster Linie über die Tageszeitung (77 %) und das Fernsehen (67 %), gefolgt von Radio ( 51 %) und Testzeitschriften (32 %). Das Internet spielt als Informationsquelle bei den Senioren mit 17 % bisher noch eine eher untergeordnete Rolle. Zum Vergleich: 56 % der baden-württembergischen Gesamtbevölkerung nutzen das Internet als Quelle für Verbraucherinformationen.

Individuelle Gesundheitsleistungen positiv bewertet

39 % der gesetzlich Krankenversicherten wurde bereits einmal eine "Individuelle Gesundheitsleistung" (IGeL) von ihrem Arzt angeboten. Dies gilt auch für die Patienten über 60 Jahre. Davon haben 82 % der über 60-Jährigen und 77 % aller Verbraucher diese Leistung auch angenommen. Die Mehrheit (69 % der Senioren, 60 % aller Befragten) tat dies, weil der Arzt es medizinisch für notwendig hielt. Gedrängt fühlte sich jedoch nur eine Minderheit (8 %). Eine deutliche Mehrheit würde die Behandlung wieder in Anspruch nehmen.
Immerhin 39 % der Senioren (29 % aller Befragten) konnten jedoch keinen Nutzen feststellen. Insgesamt fühlen sich aber 84 % der Senioren (81 % aller Befragten) sehr gut oder eher gut von ihrem Arzt über Kosten und Nutzen der Behandlung informiert.

Finanzen und Altersvorsorge müssen sicher sein

Wenn es um die Beratung bei Geldanlagen und Versicherungen geht, sind sich die Verbraucher trotz Finanzkrise einig: 81 % der Senioren (70 % aller Befragten) lassen sich zuerst von ihrer Bank informieren. Verbraucherzentralen, Versicherungen und andere Beratungsformen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Was die private Altersvorsorge betrifft, spielt das Alter für diese Entscheidung eine geringere Rolle als das Einkommen. Mehr als zwei Drittel der Besserverdienenden (3000 € und mehr) sorgt privat vor, jedoch weniger als die Hälfte der Geringverdiener (unter 1500 €). Die Sicherheit der Anlage wird von einer großen Mehrheit als wichtigstes Kriterium angegeben.

Telekommunikation - unerlaubte Werbeanrufe immer noch ein Problem

Fast jeder Verbraucher wurde bereits mit unerlaubten Werbeanrufen belästigt, nur 9 % sind noch nie in diese Situation gekommen. Eine Minderheit (33 % der Senioren, 34 % aller Befragten) wird selten damit konfrontiert; mindestens einmal im Monat bis täglich werden 57 % der Verbraucher unerlaubt angerufen. Ältere Menschen scheinen sich sehr rigoros gegen solche Werbeanrufe zu wehren: 75 % der Senioren legen sofort auf (61 % aller Befragten). Dennoch hören immer noch 24 % der Senioren (32 % aller Befragten) zu und setzen sich damit einem möglichen Verkaufsdruck aus.

Unterschiede beim Interneteinkauf

Das Internet wird von 35 % der über 60-jährigen genutzt (74 % aller Befragten). Probleme beim Einkauf von Produkten im Internet gibt es laut Umfrage selten (8 % der Senioren, 16 % aller Befragten). Die Gefahren des Datenmissbrauchs werden aus Sicht der Verbraucher deshalb als gering eingeschätzt: 66 % der älteren Verbraucher sehen eine geringe oder sehr geringe Gefahr (55 % aller Befragten).
Aber: Wenn Verbraucher beim Einkauf im Internet Probleme haben (z. B. mangelnde Qualität der Lieferung, keine Rückerstattung bei Umtausch), neigen nur wenige dazu, sich bei Verbraucherzentralen, Verbänden darüber zu beschweren oder generell etwas zu unternehmen. 44 % der Senioren (49 % aller Befragten) haben sich laut Umfrage an niemanden gewandt.

Methodik der Umfrage

Die Verbraucherumfrage Baden-Württemberg 2009 wurde im September 2009 von infratest Dimap durchgeführt. Es wurden insgesamt 1.100 Telefoninterviews geführt, davon mit 400 Senioren (Personen über 60 Jahren). Bereits im Jahr 2008 wurde eine Verbraucherumfrage Baden-Württemberg in Auftrag gegeben. Damals lag der Schwerpunkt bei der Gruppe der Jugendlichen.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg nutzt die Erkenntnisse aus den Befragungen der baden-württembergischen Bevölkerung für die weitere Ausrichtung seiner verbraucherpolitischen Aktivitäten.

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