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Studien
  • 20.01.2015

Studie „Anbieter- und verbrauchergerechte Beratung und Information“

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich bei der Anlage in Finanzprodukte auf die Beratung eines Finanzvermittlers oder Bankberaters verlassen. Die dazugehörigen Beratungsgespräche müssen nach dem Wertpapierhandelsgesetz seit 2010 in einem Beratungsprotokoll festgehalten werden. Für freie Finanzvermittler gilt dies nach einer entsprechenden Vorschrift seit 2013. Die Beratungsprotokolle halten jedoch nicht immer, was sie versprechen.

Wie solche Beratungsprotokolle transparenter und verständlicher gemacht werden können, damit beschäftigt sich die Studie „Anbieter- und verbrauchergerechte Beratung und Information“. Diese wurde vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) in Auftrag gegeben und von Prof. Dr. Andreas Oehler (Universität Bamberg) verfasst. Der baden-württembergische Genossenschaftsverband e. V. (BWGV) und der Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) haben die Studie unterstützt und mit Anregungen aus der Praxis ergänzt.

Wer kennt das nicht?! Wer Geld anlegen will und sich nicht gerade selbst zu den Finanzexpertinnen und -experten zählt, ist bei seiner Anlageentscheidung auf fachkundige Beratung angewiesen. 
Ob aber das in der Beratung empfohlene Finanzprodukt zu einem passt, stellt sich oft erst nach Jahren heraus. Dann ist es jedoch meist schon zu spät und Verluste sind oft nicht mehr zu vermeiden.
Um Verbraucherinnen und Verbrauchern im Schadensfall einen Nachweis einer Falschberatung vor Gericht zu erleichtern und um den Kundinnen und Kunden das nachträgliche Auswerten des Beratungsgesprächs zu ermöglichen, wurde vom Gesetzgeber für Finanzanlageberatungen das Beratungsprotokoll eingeführt.

Dieses birgt jedoch die Gefahr, dass es nicht verständlich geschrieben ist, dass wesentliche Inhalte der Beratung gar nicht oder nur unzureichend wiedergegeben werden oder dass das Protokoll teilweise nicht an die Kundinnen und Kunden ausgehändigt wird. Des Weiteren lassen Finanzvermittler oder Bankberater die Kundinnen und Kunden auch teilweise die Beratungsprotokolle unterschreiben, so dass diese damit erklären, dass der Inhalt der Beratung im Protokoll richtig wiedergegeben ist. In der Praxis führt dies dazu, dass die beratenden Institute das Beratungsprotokoll zur Freistellung von jeglicher Haftung bei der Anlageberatung nutzen. Damit wird die gewünschte Beweisfunktion untergraben oder sogar in ihr Gegenteil verkehrt.

In der Studie wird deshalb vorgeschlagen, Beratungsprotokolle zu standardisieren und diese mit dem Produktinformationsblatt (welches zur Beschreibung des Finanzprodukts dienen soll) zusammenzuführen. Durch Qualitätssicherungsmaßnahmen soll das Beratungsprotokoll anschließend überprüft werden.

Die aufgeführten Verbesserungsvorschläge wurden bei einem Runden Tisch mit Vertretern des Sparkassenverbandes und des Genossenschaftsverbandes an Fällen aus der Praxis überprüft und abgestimmt. Mit den vorgeschlagenen Verbesserungen könnte eine bessere Nachvollziehbarkeit des Beratungsgesprächs und damit eine transparentere Beratung bei Finanzanlagen erreicht werden.

Doch lesen Sie selbst! 

„Anbieter- und verbrauchergerechte Beratung und Information“.
von Prof. Dr. Andreas Oehler (Uni Bamberg) im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg 

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