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Umfragen
  • 20.01.2015

Verbraucher und Nachhaltigkeit - Umfrage 2009 zum Nachhaltigen Konsum

Konsum ist dann nachhaltig, wenn er zur Bedürfnisbefriedigung der heute lebenden Menschen beiträgt, ohne die Bedürfnisbefriedigung zukünftiger Generationen zu gefährden. In Anlehnung an die Brundtland Kommission hängt er von drei Dimensionen ab: der Ökologie, der Ökonomie und der sozialen Komponente.

Ergebnisse der Umfrage - Viele Verbraucher kaufen bewusst ein!

Obwohl 44 Prozent der Verbraucher diese genaue Bedeutung des Begriffs "Nachhaltiger Konsum" nicht kennen, beachten viele von ihnen nachhaltige Kriterien bei ihrer Konsumentscheidung. Im Lebensmittelbereich sind beispielsweise 81 Prozent der Verbraucher bereit, für qualitativ hochwertige Produkte mehr Geld auszugeben und achten beim Einkauf vor allem auf Regionalität.
Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Verbraucherumfrage, die das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg in Auftrag gegeben hat.
Infratest dimap befragte hierzu im September 2009 1.100 Baden-Württemberger.
Weitere Ergebnisse im Überblick:

Finanz- und Geldanlagen: Nachhaltigkeit untergeordnet

Bei Finanz- und Geldanlagen ist es für Verbraucher am wichtigsten, dass die Anlagen sicher sind (95 %) und dass die Rendite stimmt (82 %). Vergleichsweise unwichtig ist es Verbrauchern, in nachhaltige (65 %) und regionale Projekte (70 %) zu investieren. Vor allem die zu geringe Auswahl entsprechender Produkte bietet für Verbraucher keine wirkliche Alternative zu herkömmlichen Geldanlagen (46 %).

Elektro- und Unterhaltungsindustrie: Nachhaltige Geräte schlecht erkennbar

Verbraucher kennen sich im Bereich der Elektro- und Unterhaltungselektronik eher schlecht aus. Zwar geben sie an, dass ihnen der Umweltaspekt und die nachhaltige Entsorgungsmöglichkeit der ausgedienten Geräte wichtiger seien als die technischen Aspekte des Produkts, 65 Prozent von ihnen wissen jedoch nicht, woran sie nachhaltige Kriterien beim Einkauf von Elektrogeräten oder von Unterhaltungselektronik erkennen können.

Mobilität: Viel Potenzial

Im Bereich der Mobilität ist vor allem interessant, warum viele Autofahrer nicht auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen: Insgesamt 56 Prozent der Autofahrer nützen nur selten oder nie öffentliche Verkehrsmittel. Das liegt nach ihren Angaben daran, dass ihr Wohnort schlecht an öffentliche Verkehrsmittel angeschlossen ist (38 %). Bequemlichkeit spielt für 21 Prozent der Autofahrer eine Rolle - zu hohe Preise für 17 Prozent.

Großes Wissensdefizit

Laut Umfrage besteht bei Verbrauchern ein erhebliches Wissensdefizit und der deutliche Wunsch nach mehr Informationen zum nachhaltigen Konsum (61 %). Nur wenn Verbraucher wissen, unter welchen Bedingungen ein Produkt produziert und verkauft wird, nur wenn sie wissen, welche Auswirkungen ihr Verbrauch hat und wenn sie ihre Macht als Verbraucher einschätzen können, sind sie in der Lage, diese Macht auch zu nutzen.

Projekt "Nachhaltiger Konsum" der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg hat die Nachhaltigkeitskonferenz am 25. März 2009 unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten das für den Verbraucherschutz zuständige Ministerium mit der Durchführung eines Projektes "Nachhaltiger Konsum" beauftragt. Das Projekt soll dazu beitragen, Verbrauchern Handlungsalternativen und -optionen für einen nachhaltigen Konsum aufzuzeigen und für Transparenz in diesem Bereich zu sorgen.

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