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Datensicherheit
  • 20.01.2015

Cookies - hilfreich oder gefährlich

Mann am Computer
www-Zeile; Foto: digitalstock.de

Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher im Internet über verschiedene Seiten hinweg von für sie maßgeschneiderter Werbung regelrecht verfolgt werden, namentlich auf Internetseiten begrüßt werden oder richtige Spracheinstellungen vorfinden, dann sind Cookies im Einsatz. Cookies sind kleine Textdateien, die über eine Webseite im Internetbrowser eines Nutzers gespeichert werden können. Bei Cookies handelt es sich nicht um schädliche Software oder gar einen Virus. Vielmehr wird ein Textprogramm abgelegt, das zu einem späterem Zeitpunkt wieder vom Webserver aufgerufen werden kann. Cookies können von Webseitenbetreibern oder von Dritten gesetzt werden. Bei Cookies, die von Dritten gesetzt werden, handelt es sich um sogenannte Drittanbieter-Cookies. Diese werden häufig von Werbetreibenden gesetzt.

Cookies: Was sie können und wie sie funktionieren

Durch Cookies können im Webbrowser beispielsweise Einstellungen abgespeichert werden. Cookies sorgen so dafür, dass die Seite bei einem erneuten Aufruf wieder genauso aussieht, wie ein Verbraucher sie individuell eingerichtet hat. Cookies sorgen außerdem dafür, dass beim Online-Shopping ein Warenkorb, der bereits mit Artikeln bestückt wurde, zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgerufen werden kann. Außerdem können Cookies Nutzer erkennen. So ist es beispielsweise möglich, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sich in einem sozialen Netzwerke über mehrere Unterseiten bewegen können, ohne sich erneut anmelden zu müssen.

Aber Cookies können auch für Zwecke verwendet werden, mit denen viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht einverstanden wären. Hierzu gehören beispielsweise das Anlegen von detaillierten Nutzerprofilen oder die Analyse des Surfverhaltens.

Es werden zwei Arten von Cookies unterschieden: sogenannte Session Cookies, die zeitlich begrenzt im Browser gespeichert werden, und dauerhafte Cookies (persistente Cookies). Session Cookies werden automatisch gelöscht, sobald der Internetbrowser geschlossen wird und stellen grundsätzlich kein Problem dar. Anders sieht es bei dauerhaften Cookies aus. Cookies die Einstellungen speichern, bleiben zwar meist auch über einen längeren Zeitraum im Browser gespeichert, enthalten aber keine persönlichen Daten.

Cookies hingegen, die dazu dienen, das Surfverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern im Internet über einen längeren Zeitraum zu verfolgen, sind problematisch. Dies gilt vor allem für Drittanbieter-Cookies, da Werbefirmen ein großes Interesse daran haben, Nutzer so gut wie möglich zu kennen, um beispielsweise gezielt Werbung oder Produkttipps einblenden zu können. Hierfür werden detaillierte Nutzerprofile erstellt, bei denen im Laufe der Zeit eine Menge Daten zusammen getragen werden und die Vorlieben von Nutzerinnen und Nutzern sehr genau bekannt sind.

Mögliche Sicherheitsrisiken

In Cookies können durchaus vertrauliche Daten wie Anmeldedaten für soziale Netzwerke oder E-Mail-Postfächer von Webmail-Anbietern wie gmx.de, yahoo.de oder web.de enthalten sein. Durch Fehler in der Browser-Programmierung oder Fehler in den sogenannten Add-ons (optionale Module in Browsern), die von vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern genutzt werden, kann es für Dritte möglich sein, diese sensiblen Daten auszulesen. Sollten Verbraucherinnen und Verbraucher an einem öffentlichen Ort, beispielsweise in einem Internetcafé, E-Mails abrufen oder sich bei einem sozialen Netzwerk anmelden, ist es ratsam, sich am Ende unbedingt auszuloggen und den Internetbrowser zu schließen. Andernfalls könnte durch das gespeicherte Session-Cookie die Sitzung noch aktiv sein und der nachfolgende Benutzer Zugang zum noch geöffneten E-Mail-Postfach haben.

Verbraucherinnen und Verbraucher können Cookies außerdem mit Hilfe ihres verwendeten Internetbrowsers oder einer speziellen Software blockieren. Dies kann aber dazu führen, dass Internetseiten ganz oder stellenweise nicht mehr funktionieren. So kann beispielsweise in einem Online-Shop der Einkauf nur zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden, wenn der bereits gefüllte Warenkorb durch ein gesetztes Cookies wieder aufgerufen werden kann. Alternativ können Verbraucherinnen und Verbraucher gespeicherte Cookies regelmäßig löschen. Diese Möglichkeit bieten alle gängigen Internetbrowser an. Möglich ist weiterhin, nur Cookies von Drittanbietern zu blockieren.

Cookies bei Facebook

Facebook speichert bereits beim Aufrufen (das heißt auch nicht bei Facebook registrierte Nutzerinnen und Nutzer bzw. nicht angemeldete sind davon betroffen) einer Facebook-Seite Cookies im Internetbrowser, über die möglicherweise das Verhalten des Nutzers im Internet nachverfolgt werden könnte. Daher sollten Verbraucherinnen und Verbraucher die in ihrem Browser gespeicherten Cookies löschen sobald sie Facebook verlassen haben.

Beim Facebook-Login werden Cookies im Internetbrowser gespeichert, über die Verbraucherinnen und Verbraucher eindeutig zu identifizieren sind. Facebook ist so in der Lage, alle Aktivitäten auf Facebook selbst sowie den Weg durch das Internet nachzuvollziehen, etwa über Internetseiten mit „Gefällt mir“-Buttons. Das Speichern von Cookies wird ausschließlich durch Facebook gesteuert. Es ist nicht bekannt, welche Daten Facebook über Nutzer speichert und wie Facebook diese genau verwendet. Verbraucherinnen und Verbraucher haben aber das Recht, von Facebook Auskunft über die gespeicherten Daten zu bekommen (siehe hierzu: www.europe-v-facebook.org/DE/Daten_verlangen_/daten_verlangen_.html). Damit Facebook das Surfverhalten nicht nachvollziehen kann ist es notwendig, sich nach jeder Facebook-Sitzung abzumelden und die Cookies zu löschen.

Cookies werden auch im Internetbrowser gespeichert, wenn Nutzerinnen und Nutzer auf Internetseiten außerhalb von Facebook auf einen „Gefällt mir“-Button von Facebook klicken. Facebook speichert zudem beim Besuch einer Facebook-Seite oder einer anderen Internetseite mit „Gefällt mir“-Button die aktuelle IP-Adresse. Hierüber ist potentiell ebenfalls eine Nachverfolgung des Surfverhaltens möglich. Im Verbraucherportal sowie auf den weiteren Internetseiten des Ministeriums befinden sich deshalb keine „Gefällt mir“-Buttons.

Weitere Informationen

Thema Cookies bei "Surfer haben Rechte", Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (vzbv)

Watchblog Facebook-Cookies; Informationen des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit vom November 2012

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