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  • 08.02.2017
Energieeffizienz

Energie sparen und Klima schützen beim Kauf neuer Geräte - neue Regelungen 2017

Einkauf im Elektrohandel

Energieeffizienz geht alle an. In jedem Haushalt schlummern Einsparpotentiale, z. B. bei Elektrogeräten, der Heizung oder der Gebäudedämmung. Dabei können Verbraucherinnen und Verbraucher mit dem Einsatz hocheffizienter Geräte und Produkte nicht nur etwas für den eigenen Geldbeutel sondern gleichzeitig auch für den Klimaschutz tun:

Energieverbrauchskennzeichnung / EU-Label - Neuerungen 2017​

Beispielsweise bei der sogenannten "weißen Ware", das heißt bei elektrischen Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Wäschetrocknern, Spülmaschinen, Elektrobacköfen oder Kühl- und Gefriergeräten, ist der Energieverbrauch leicht erkennbar. Die weiße Ware und darüber hinaus auch alle Fernsehgeräte sowie Lampen und Leuchtmittel müssen durch das EU-Energielabel, das konkrete Informationen zur Leistung und zum jährlichen Stromverbrauch enthält, gekennzeichnet werden.

2017 wird die Skala des EU-Energielabels zur Kennzeichnung von Geräten und Produkten vereinheitlicht. Für alle Geräteklassen, egal ob Kühl- und Gefriergeräte, Fernseher oder Autoreifen gelten dann wieder einheitliche Farbskalen mit den Effizienzklassen A bis G. Die in den vergangenen Jahren vor allem bei Kühl- und Gefriergeräten zusätzlich eingeführten Klassen A+ bis A+++ entfallen. Diese neue Vorschrift soll zunächst allerdings nur für neu auf den Markt gebrachte Geräte gelten. Für den "Altbestand" im Handel gibt es Übergangsfristen. Es kann daher noch einige Zeit dauern, bis die Vereinheitlichung der Kennzeichnung im Handel bei allen betroffenen Geräten und Produkten umgesetzt ist. Aus diesem Grund ist es derzeit wichtig, vor einer Kaufentscheidung genau auf das EU-Label zu sehen, ob es sich auf die neue oder die alte, bis Ende 2016 gültige Kennzeichnung und Effizienzskala bezieht.

Bei der Suche nach den sparsamsten und effizientesten Geräte gilt: Geräte mit der Kennzeichnung A+ (neu "C"-2017) verbrauchen ungefähr drei Viertel der Energie eines Geräts mit der Kennzeichnung A (neu "D"-2017) und Geräte mit der Kennzeichnung A++ (neu "B"-2017) sogar nur die Hälfte. Beim Kauf eines A+++ (neu "A"-2017) Gefrierschranks anstelle eines Geräts mit der Kennzeichnung A (neu "D"-2017), können innerhalb von weniger als 10 Jahren beispielsweise über 100 Euro gespart werden. Eine LED-Lampe mit 6 Watt und derselben Leuchtkraft (400 Lumen) spart gegenüber einer vergleichbaren konventionellen 60 Watt-Glühlampe in 10 Jahren rund 130 Euro Energiekosten ein. Außerdem werden dabei auch noch 235 Kilogramm CO2 eingespart.

Grundsätzlich gilt für die Kennzeichnung von Geräten und Produkten: Das EU-Energielabel muss in der Auslage gut erkennbar neben dem Gerät dargestellt sein. Auf Nachfrage muss den Verbraucherinnen und Verbrauchern im stationären Einzelhandel ein ausführliches Produktdatenblatt vorgelegt bzw. ausgehändigt werden.

Aber nicht nur beim "stationären" Kauf im Geschäft sondern auch im Internet und in Werbemedien muss seit 2015 der Energieverbrauch von Geräten und Produkten klar ausgewiesen werden.

Regelmäßige Anpassung

Das baden-württembergische Verbraucherministerium unterstützt eine Weiterentwicklung der Kennzeichnung im Sinne der Verbraucher. Neben der beschlossenen Ausweitung der Kennzeichnungspflicht auf energiebezogene Geräte und Produkte würde das Ministerium eine Dynamisierung, das heißt eine regelmäßige Anpassung der Kriterien für die Effizienzklassen entsprechend des technischen Fortschritts begrüßen. Im Rahmen der europäischen Energieunion gibt es Bestrebungen für eine diesbezügliche Weiterentwicklung der Kennzeichnung und des Labels.

Geräte und Produkte mit dem EU-Label:

  • Im Jahr 2011 wurde die Kennzeichnung auf Fernsehgeräte und weitere Produkte mit erheblichem Einsparpotenzial wie z. B. Neuwagen (Pkw), Autoreifen, Fenster und Türen, aber auch für kommerzielle und industrielle Zwecke genutzte Produkte, wie Kühlräume, Schaukästen, Industriekochgeräte, Verkaufsautomaten oder Industriemotoren ausgeweitet.
  • Seit Januar 2015 müssen Gasherde und Dunstabzugshauben, aber auch Staubsauger, Warmwasserbereiter und Warmwasserspeicher mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet werden.
  • Seit September 2015 muss nach einer längeren Übergangsfrist auch die Effizienz von neuen Heizungen durch ein Energielabel an der Anlage sichtbar gemacht werden. Heizanlagen mit Solar- oder Geothermie, Biogas, Holz oder Wärmepumpe erreichen dabei A+ und A++, während fossil befeuerte Heizkessel die Klassen A bis G erreichen. Seit 1. Januar 2016 gilt das neue Effizienzlabel auch für alte Heizungen. Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger sowie bestimmte Energieberater sind berechtigt, die Etiketten anzubringen - ab 2017 ist es Pflicht der Bezirksschornsteinfeger, die Etiketten an allen Heizungsanlagen zu kontrollieren bzw. wo nötig anzubringen.

Aber auch bei den technischen Vorschriften für Geräte und Produkte (das sog. „Ökodesign“) werden die Vorgaben zur Energieeinsparung laufend ausgeweitet: So müssen Kaffeemaschinen nach einer gewissen Zeit automatisch in den Standby-Modus übergehen oder sich ausschalten. Für Netzwerkgeräte wie Modems, Receiver oder Drucker gelten neue Mindestanforderungen in Sachen Energieeffizienz und das Standby-Verhalten.

Informationen über den Energieverbrauch von Geräten nach Effizienzklassen:

Beratung zum Thema "Energieeffizienz"

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