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Erneuerbare Energien
  • 20.01.2015

Verbrauchertipps zu Finanzinvestitionen in erneuerbare Energien 

Windkraft und Solarzellen

Die Energiewende spielt für Verbraucher auch bei der Geldanlage eine immer stärkere Rolle. Finanzinvestitionen in regenerative Energien haben das Potential, sehr gute Gewinne zu erwirtschaften. Viele Verbraucher haben daher Interesse daran, ihr Geld in Projekte zur Gewinnung regenerativer Energien, z. B. in Windkraftanlagen, zu investieren, um neben guten Renditechancen auch noch den Ausbau ressourcenschonender Energiegewinnung mit ihrem privaten Kapital zu unterstützen. Verbraucher sollten sich vor dem Vertragsabschluss auch bei solchen Investments gut informieren und einige Punkte beachten, da eine Investition in  Projekte zur Gewinnung erneuerbarer Energien nicht automatisch auch eine sichere Finanzanlage darstellt: 

1. Hohe Gewinnchancen bedeuten auch ein höheres Risiko 

Manche Anbieter werben mit sehr hohen Renditen für Investitionen beispielsweise in Windkraft anlagen. Verbraucher sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass eine hohe Renditeerwartung meist auch mit einem erhöhten Risiko der Kapitaleinlage einhergeht, unabhängig davon, ob Nachhaltigkeitskriterien erfüllt sind oder nicht. So besteht etwa bei einer Investition in sogenannte Genussrechte, geschlossene Fonds oder Private Equity (Anlagen, die nicht an der Börse gehandelt werden) das Risiko, dass Verbraucher bei einem Scheitern des Umweltprojektes ihr investiertes Kapital vollständig verlieren können. Genussrechtsverbindlichkeiten und Wertpapiere (auch Investmentfondsanteile) unterliegen nicht 

2. Werbung hinterfragen 

Grundsätzlich gilt auch hier, dass Verbraucher sich bei der Entscheidung für eine Kapitalanlage nicht allein auf die Werbung des Anbieters verlassen, sondern weitere Informationen einholen sollten. In Verkaufsprospekten müssen die Anbieter auch über die potentiellen Risiken einer Anlage, etwa die Möglichkeit des Verlustes des investierten Guthabens oder einer Herabsetzung des in der Werbung angepriesenen Zinssatzes, informieren. Das "Kleingedruckte" sollte daher - wie bei jeder Finanzanlage - immer erst gründlich geprüft werden. 

3. Verfügbarkeit und Sicherheiten prüfen 

Eine wichtige Frage vor der Anlageentscheidung auch in regenerative Energien ist in jedem Fall, ob und wann frühestens wieder ein Zugriff auf das investierte Kapital möglich ist. Geprüft werden sollte auch, ob es für die Anlage Sicherungsmechanismen, z. B. einen Rettungsfonds, gibt, wenn der Anbieter der Finanzanlage selbst in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Handelt es sich beim Anbieter beispielweise um eine Bank mit Sitz in Deutschland und ist das Produkt kein Genussschein oder Wertpapier (sondern beispielsweise ein Sparbrief), dann greift im Ernstfall die gesetzliche Einlagensicherung . Damit sind 100 Prozent Ihrer Einlagen bis maximal 100.000 Euro pro Person geschützt. Darüber hinaus bieten Einlagensicherungsfonds der jeweiligen Bankenverbände zusätzliche Einlagensicherungen an. Sinnvoll ist es auch bei der Anlage seines Geldes in Nachhaltige Geldanlageformen grundsätzlich auf eine breite Streuung zu achten. So könnte anhand unterschiedlicher Umwelt- und Sozialkriterien in eine Bandbreite von Unternehmen verschiedener Branchen in Form unterschiedlicher Investmentprodukte investiert und ein ausgeglichenes Rendite-Risiko-Verhältnis im Portfolio geschaffen werden.

4. Frage der Nachhaltigkeit der Anlage 

Wenn Verbrauchern neben der Rendite ihrer Kapitalanlage die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards wichtig ist, sollten sie sich vorab genau über die Form und die Rahmenbedingungen der Anlage informieren. 

  • So gibt es unter anderem neben richtigen Nachhaltigkeitsfonds, die häufig über sogenannte Ökobanken vertrieben werden, noch Branchenfonds, die in Unternehmen investieren, die im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind. Diese Unternehmen können aber unter Umständen auch noch in anderen, weniger nachhaltigen Bereichen, wirtschaftlich aktiv sein.
  • Darüber hinaus gibt es noch sogenannte Indexfonds, bei denen das Anlagevermögen nur in bestimmte vorab ausgewählte Index-Werte investiert wird. 
  • Ebenso gibt es Finanzprodukte wie Sparanlagen, Anleihen, Altersvorsorgeprodukte, Lebensversicherungen, Festgelder(etc.) als nachhaltige Geldanlageformen
  • Zu guter Letzt besteht auch die Möglichkeit, sein Kapital direkt in ein bestimmtes Projekt zu investieren (Genussrechte, geschlossene Fonds, Private Equity). 

5. Sorgfältige Wahl der Anlageform 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten im Bereich erneuerbare Energien zu investieren. Informationen über direkte Beteiligungen beispielsweise an Windparks können Verbraucher z. B. über den Bundesverband WindEnergie e. V. ( www.wind-energie.de) beziehen. Der Bund der Energieverbraucher e. V. ( www.energieverbraucher.de) gibt Interessenten Orientierung mit dem "Ratgeber für Windpark-Anleger", der vom Anlegerbeirat des Bundesverbandes Windenergie zusammengestellt und regelmäßig aktualisiert wird. 

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anbieter von Index- oder Aktienfonds sowie Anbieter von Genussscheinen, deren Kapital in Windenergieanlagen investiert wird. Für alle Anlagen gilt, dass Verbraucher sich vorab genau über die Chancen und Risiken des jeweiligen Produkts informieren sollten, bevor sie ihre endgültige Investitionsentscheidung treffen. In spekulative Anlageformen sollten Verbraucher in Kenntnis des höheren Risikos allenfalls einen (geringen) Teil ihres Kapitals investieren. 

Weitere Informationen 

www.verbraucherfuersklima.de: Informationen darüber, wie Verbraucher ihr Geld auf nachhaltige Weise anlegen können. 

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