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Mitnahmeregelungen
  • 20.01.2015

Anforderungen im Reiseverkehr mit Heimtieren

Umfangreiche Änderungen gelten seit dem 29. Dezember 2014 insbesondere für die Form des Heimtierausweises, die Veterinärbescheinigungen sowie Tierhaltererklärungen

Allgemeine Informationen:

Eine Katze sitzt auf der Transportbox, bereit für die Reise
Eine Katze sitzt auf der Transportbox, bereit für die Reise

Für den Reiseverkehr mit Heimtieren wie Hunden, Katzen und Frettchen gelten insbesondere zur Vermeidung von Tollwut strenge Anforderungen. Deshalb ist es wichtig, sich vor Reiseantritt gründlich über die bestehenden Regelungen für die verschiedenen Reiseländer zu informieren.

Die EU-rechtlichen Anforderungen im Reiseverkehr mit Heimtieren wurden grundlegend überarbeitet. Sie sind weiterhin abhängig vom jeweiligen Reiseland und der Anzahl der mitgeführten Tiere. Bis zu maximal fünf Tiere dürfen im Reiseverkehr unter erleichterten Bedingungen verbracht bzw. eingeführt werden. Bei mehr als fünf Tieren sind auch im Reiseverkehr die erhöhten Anforderungen für den Handel zu erfüllen (siehe unten). Künftig sind von dieser Tierzahlbegrenzung auch Ausnahmen zur bestimmten Zwecken möglich (z. B. Teilnahme an Wettkampfveranstaltungen). Die Tiere müssen von ihren im Heimtierpass genannten Haltern oder einer ermächtigten Person begleitet werden und dürfen nicht zum Verkauf oder dem Übergang des Eigentums bzw. einen Tierhalterwechsel bestimmt sein.

I. Reiseverkehr innerhalb der EU:

Seit dem 1. Januar 2012 gelten für die Einreise in alle Mitgliedstaaten folgende Anforderungen:

  • eine gültige Tollwutimpfung (dazu muss die Kennzeichnung nachweislich vor bzw. spätestens anlässlich der Erstimpfung erfolgt sein)
  • EU-Heimtierausweis (vollständig ausgefüllt) - erhältlich bei Ihrem von der Behörde ermächtigten Tierarzt;
    seit dem 29. Dezember 2014 sind für die Erstausstellung nur noch die neuen Heimtierausweise  zu verwenden. Die „alten“ vor diesem Stichtag ausgestellten Heimtierausweise können weiterverwendet werden.
  • unveränderliche Kennzeichnung; seit dem 3. Juli 2011 ist als Kennzeichnungsmethode ausschließlich ein elektronischer Transponder zulässig; vor diesem Stichtag mittels Tätowierung gekennzeichnete Tiere gelten weiterhin als ausreichend gekennzeichnet.

Für die Einreise in das Vereinigte Königreich, Finnland, Malta und Irland sind die Hunde ergänzend parasitologisch gegen den Kleinen Fuchsbandwurm zu behandeln ( EU-Verordnung Nr. 1152/2011). Dies ist im Heimtierausweis zu bestätigen.

Die speziellen je nach Reiseland geltenden Anforderungen, insbesondere zur Gestattung der Einreise von nicht unter gültigem Tollwutimpfschutz stehenden Welpen finden Sie im Online-Auftritt der  Europäischen Union.

Bei mehr als fünf Tieren sind folgende zusätzliche Anforderungen zu erfüllen:

  • klinische Untersuchung der Tiere 48 Stunden vor jedem Versand durch den praktizierenden Tierarzt mit entsprechender Eintrag unter Ziffer IX des alten bzw. Ziffer X des neuen Heimtierausweises; alternativ kann auch der Amtstierarzt die klinische Untersuchung durchführen.
  • amtstierärztliche Veterinärbescheinigung nach Durchführungsbeschluss 2013/518/EU durch die zuständige Veterinärbehörde (Gültigkeit innerhalb der EU für maximal 4 Monate bzw. bis zum eingetragenen Ablaufdatum der Tollwutimpfung.
  • Traces-Meldung

Künftig sind folgende Ausnahmen von der oben genannten Tierzahlbegrenzung auf max. 5 Tiere für folgende Zwecke

  • Ausstellungen
  • Sportveranstaltungen incl. Training

und unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  • schriftlicher Nachweis der der Registrierung
  • Alter von mindestens 6 Monaten (d. h. Tollwutimpfflicht).

Das Verbringen von nicht unter Tollwutimpfschutz stehenden Welpen wird künftig von Deutschland nicht mehr gestattet und gilt sowohl für den Reiseverkehr als auch für den Handel.

II. Reiseverkehr aus Drittländern:

Bei der Einfuhr aus Drittländern sind in Abhängigkeit von der Tierzahl seit dem 29. Dezember 2014 für bis zu 5 Tieren die EU-Veterinärbescheinigungen nach der
Durchführungsverordnung 577/2013 zu verwenden.

Bis zu einer maximalen Tierzahl von bis zu 5 Tieren ist die Einfuhr aus allen Drittländern zulässig. Sofern jedoch keine Listung der Drittländer gemäß Anhang II Teil 1 oder 2 der neuen Durchführungsverordnung 577/2013 bzw. Anhang II Teil B Abschnitt 2 Teil C der 998/2003/EG erfolgt ist, muss die Tollwutimpfung ergänzend mittels Blutuntersuchung auf einen ausreichenden Antikörpertiter gegen Tollwut in einem zugelassenen Labor bestätigt werden.
Ausnahmen von dieser Untersuchungspflicht auf Tollwutantikörper sind künftig für den Transit durch ein nicht gelistetes Drittland zulässig, sofern durch eine Haltererklärung nach Anhang I Teil 2 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 bestätigt wird, dass

  • die Heimtiere bei der Durchfuhr keinen Kontakt zu für Tollwut empfängliche Arten hatten und
  • das gesicherte Beförderungsmittel oder
  • das Gelände eines internationalen Flughafens nicht verlassen wurde.

Bei der Einfuhr ist die Veterinärbescheinigung nach Anhang IV der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 zu verwenden. Diese Bescheinigung besitzt nach der Einreisekontrolle für weitere Verbringungen innerhalb der EU eine Gültigkeit von bis zu maximal 4 Monaten bzw. bis zum eingetragenen Ablaufdatum der Tollwutimpfung, muss jedoch dafür ergänzend nochmals von der zuständigen Behörde des Einreiseortes bestätigt werden.
Zugelassene Labors (englisch)

Bei der Einreise aus Drittländern unterliegen die Heimtiere der Dokumenten- und Kennzeichnungskontrolle. Der Tierhalter/die ermächtigte Person ist dafür zur Kontaktaufnahme mit der am Einreiseort anwesenden Behörde verpflichtet.
Die Einreise ist nur über Einreiseorte zulässig, welche von den Mitgliedstaaten dafür benannt und gelistet wurden.

Hiervon ausgenommen sind die Drittländer wie z. B. die Schweiz, das Fürstentum Liechtenstein, welche im Anhang II Teil 1 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 gelistet sind. Diese Drittländer wenden nachweislich Vorschriften an, welche den EU-Vorgaben gleichwertig sind. Daher gelten für diese Drittländer die gleichen Bedingungen im Reiseverkehr mit Heimtieren wie zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

Sofern die Tierzahl von 5 Tieren überschritten wird, sind folgende zusätzliche Bedingungen zu erfüllen:

  • amtliche Veterinärbescheinigung nach Durchführungsbeschluss 2013/519/EU. Diese Bescheinigung besitzt nach der Einreisekontrolle für weitere Verbringungen innerhalb der EU eine Gültigkeit von bis zu maximal 4 Monaten bzw. bis zum eingetragenen Ablaufdatum der Tollwutimpfung.
  • Beschränkung auf gelistete Drittländer (vergl. Durchführungsbeschluss 2013/519/EU)
  • gültige Tollwutimpfung
  • klinische Untersuchung 48 Std. vor Versand
  • Einfuhr nur über eine zugelassene Grenzkontrollstelle (EU-Seite auf englisch) mit einer amtstierärztlichen Veterinärkontrolle
  • TRACES-Meldung

Davon ausgenommen ist auch nach Anwendung der neuen Rechtslage ab dem 29.12.2014 weiterhin nur die Schweiz infolge des Abkommens zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen (ABl. L 114 vom 30.04.2002, S. 1), welches am 1. Juni 2002 in Kraft getreten ist, i. V. m. diversen ergänzenden Beschlüssen.

Danach gelten beim Handel mit Tieren und tierischen Erzeugnissen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und der Schweiz grundsätzlich die tierseuchenrechtlichen Bestimmungen wie beim Handel zwischen Mitgliedstaaten.


Die Einfuhr nicht unter gültigem Tollwutimpfschutz stehender Welpen, jünger als drei Monate
ist bis zur entsprechenden Änderung der nationalen Rechtsgrundlage derzeit noch mit einer Einfuhrgenehmigung für den Einzelfall möglich.  Diese Genehmigung kann ausschließlich für Tiere aus gelisteten Drittländern erteilt werden.
Zuständige Behörde für die Beantragung dieser Einfuhrgenehmigung ist die Behörde des Einreiseortes.

Entsprechende Auskünfte für Baden-Württemberg werden vom Regierungspräsidium Freiburg erteilt.

Anfragen und Anträge sind zu richten an das:

Regierungspräsidium Freiburg
Referat 35
Bertoldstr. 43
79098 Freiburg i.Br.
abteilung3@rpf.bwl.de
Fax: 0761/208-391225

Telefonische Auskünfte über 0761/208-0.

Das weitere Verbringen in andere Mitgliedstaaten ist jedoch verboten, bis diese Tiere die allgemeinen Anforderungen an das Verbringen zwischen den Mitgliedstaaten, insbesondere den Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung, erfüllen.

Zuständige Stellen:

Qualifizierte Hilfe erhalten betroffene Tierbesitzer bei der zuständigen Veterinärbehörde:

  • wenn Sie in einem Stadtkreis wohnen bei der Stadtverwaltung,
  • wenn Sie in einem Landkreis wohnen beim Landratsamt.

Darüber hinaus bieten viele Kleintierpraxen ihre Unterstützung an.

Allgemeinverfügung (pdf, 4,6 MB)

Verzeichnis in Deutschland zugelassener Tollwutimpfstoffe:
Paul-Ehrlich-Institut: Tollwutimpfstoffe

Information des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV der Schweiz zugelassene Impfstoffe:
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BVL) 

Impfstoffe Schweiz

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