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  • 27.09.2017
Mobiles Internet und Apps

Sicherer Umgang mit mobilem Internet und Apps

Hand mit Smartphone

Kostenkontrolle und Datenschutz sind wichtige Themen bei der Nutzung von Smartphones. Wo lauern die Fallen bei Datentarifen, Apps und Voreinstellungen?

Laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg waren 2016 bereits 88 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in Baden-Württemberg regelmäßig online. Bei den unter 45-Jährigen liegt der Anteil bei nahezu 100 Prozent.

Auf dem Smartphone oder Handy Nachrichten austauschen, schnell unterwegs etwas nachschlagen oder den Weg auf der Karte anzeigen lassen – das ist für viele eine Selbstverständlichkeit. Allerdings gibt es einige Dinge, die Verbraucherinnen und Verbraucher beachten sollten, um sich vor unvorhergesehenen Kosten oder Sicherheitsrisiken zu schützen.

Kosten und Kostenfallen​

Mobilfunkverträge für Smartphones beinhalten normalerweise ein bestimmtes Datenvolumen für schnelles Internet: 200 Megabyte (MB), 500 MB, 1 Gigabyte (GB) oder mehr – je nachdem, wie viel Geld Verbraucherinnen und Verbraucher investieren wollen. Ist das vertraglich festgelegte inklusive Datenvolumen verbraucht, wird die Geschwindigkeit der Internetverbindung gedrosselt. Mit der langsamen Verbindung (in der Regel 64 Kilobit (KBit) pro Sekunde beim Download und 16 KBit pro Sekunde beim Upload) dauert jeder Webseitenaufruf eine kleine Ewigkeit. Deshalb ist es für viele wichtig darauf zu achten, wie sie das Datenkontingent ihres Mobilfunkvertrags einsetzen.

Wer die festen Kosten eines Vertrags scheut, kann sogenannte Prepaid-Tarife nutzen. Die Abrechnung erfolgt je nach Tarifmodell zeit- oder volumenbasiert. Bei zeitbasierten Tarifen bucht man einen bestimmten Zeitraum – einen Tag, eine Woche oder einen Monat –, in dem man mobiles Internet nutzen kann. Bei volumenbasierten Tarifen steht ein bestimmtes Datenvolumen (etwa ein, zwei oder drei GB) zum Surfen zur Verfügung. Beim Kauf dieser Tarifvariante sollten Verbraucherinnen und Verbraucher insbesondere darauf achten, dass nach dem Verbrauch des bezahlten Volumens nicht automatisch zum höheren Preis weiter abgerechnet wird. Die Verbindung sollte abgebrochen oder gedrosselt werden, damit man gegebenenfalls zusätzliches Datenvolumen kaufen kann.

Ein Smartphone ohne Apps ist nur halb so nützlich, denn die mobilen Programme stellen vielfältige Funktionen zur Verfügung. Aber auch hier lauern Kostenfallen. Nähere Informationen zu den sogenannten mobilen Abofallen gibt es im  Verbraucherportal unter
Kostenfalle WAP-Billing - Abrechnung über die Mobilfunkrechnung.

Datenmenge reduzieren​

Die Betriebssysteme von Smartphones zählen mit, welche Apps welche Datenmenge verbrauchen. So können Verbraucherinnen und Verbraucher die schlimmsten Datenfresser identifizieren und von der mobilen Nutzung ausschließen. Wo die Angaben zum Datenverbrauch zu finden sind, ist je nach Betriebssystem unterschiedlich. Informationen dazu gibt es bei den jeweiligen Herstellern, also etwa Apple, Google oder Microsoft (Windows).

Andere Möglichkeiten, die verbrauchte Datenmenge zu reduzieren, sind:

  • Automatische Updates ausschalten und Apps nur aktualisieren, wenn man per WLAN mit dem Internet verbunden ist.
  • Das Herunterladen von Anhängen in E-Mails begrenzen.
  • E-Mails nicht automatisch, sondern manuell abrufen.
  • Möglichst wenig Videos und Audiostreams abspielen.

Informationen zum mobilen Surfen im Ausland und den hierbei geltenden Roamingtarifen sowie Tipps zur Kostenersparnis bei der Handynutzung im Urlaub sind im Artikel zu Roaming-Gebühren zu finden.

Schadsoftware und Viren​

Inzwischen sind nicht nur Computer, sondern auch Smartphones von Viren und sonstiger Schadsoftware betroffen. Die Handy-Viren verstecken sich oftmals in Apps und können zum Beispiel private Daten wie Passwörter an Dritte weiterschicken. Damit können Kriminelle beispielsweise Kontozugänge übernehmen oder auf fremde Kosten Waren bestellen.

Um sich besser vor solchen Angriffen zu schützen, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher folgende Sicherheitstipps beachten:

  • Keine Apps installieren, die aus zweifelhaften Quellen oder Shops stammen. Bewertungen anderer Nutzerinnen und Nutzer im App-Shop können Anhaltspunkte geben, ob eine App seriös ist oder nicht.
  • Funk- und Datenverbindungen wie mobile Daten, Bluetooth, NFS, GPS und WLAN sollten nur dann aktiviert werden, wenn diese auch wirklich benötigt werden. Bestehende Verbindungen sind ein Einfallstor für Angriffe auf das Gerät und die Kommunikation.
  • Internetcafés, öffentliche WLAN-Netze und Internet-Hotspots an Flughäfen, in Hotels oder Restaurants sind in der Regel nicht ausreichend vor Zugriffen Dritter gesichert. Geben Sie bei der Nutzung keine sensiblen Informationen wie Passwörter oder Bankdaten preis. Online-Einkäufe und Bankgeschäfte erledigen Sie am besten zu Hause. Ist es nicht vermeidbar, dass vertrauliche Daten über ein fremdes WLAN versendet werden, empfiehlt es sich, VPN (Virtual Private Network) zu nutzen. Durch VPN wird eine verschlüsselte Verbindung für die übertragenen Daten in ein vertrauenswürdiges Netzwerk aufgebaut. VPN wird von Internet-Providern und spezialisierten Dienstleistern angeboten.
  • Je nach Betriebssystem eines Smartphones sind verschiedene Virenschutzprogramme, Firewalls oder Sicherheits-Apps mit zusätzlichen Funktionen wie Diebstahlschutz, Verschlüsselung, Datensicherung oder Kindersicherung verfügbar. Durch die Installation und Aktualisierung solcher Programme kann das Risiko von Fremdeinwirkungen zusätzlich minimiert werden. Die meisten Hersteller stellen den Nutzerinnen und Nutzern regelmäßig Aktualisierungen (Updates) zur Verfügung, denn nur Programme, die auf dem neuesten Stand sind, können aktuelle Bedrohungen abwehren.

Datenschutz bei Smartphones​

Persönliche Daten auf dem Smartphone zu schützen, ist nicht einfach, selbst wenn Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Nutzung ihrer Geräte bewusst darauf achten. Das liegt daran, dass die Geräte selbst beziehungsweise die darauf installierten Apps zahlreiche Nutzerdaten erfassen, verarbeiten und oft an die jeweiligen Geräte- oder Softwareanbieter weiterleiten. Das ist manchmal nötig, damit ein Dienst funktioniert. Beispielsweise erfassen Karten-Dienste, Apps für den öffentlichen Nahverkehr, Restaurant-Finder, Flirt-Portale und viele weitere Services den aktuellen Standort des Mobilgerätes, um Nutzerinnen und Nutzern relevante Informationen zu bieten. Wenn jedoch eine Spiele-App wissen möchte, wo man sich gerade befindet, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher hellhörig werden.

Oftmals dient eine solche Datenerfassung nämlich rein kommerziellen Zwecken oder für Profilbildungen. So beinhalten viele Apps neben ihren eigentlichen Funktionen Mechanismen, die den Entwicklern mitteilen, wann und wie und von wem ihre App benutzt wird. Zahlreiche Apps schicken die Daten sogar an andere Firmen oder sonstige Empfänger weiter, die nichts mit den Funktionen der App zu tun haben.

Schon bei der Installation bzw. bei der ersten Verwendung verlangen die meisten Apps, dass die Nutzerinnen und Nutzer ihnen bestimmte Berechtigungen zuweisen. Sie sollten sich hierbei genau überlegen, auf welche Daten sie der App Zugriff geben wollen. Wenn eine App zu viele unnötige Zugriffsrechte verlangt, spricht dies dafür, sie gar nicht erst zu installieren beziehungsweise sie wieder vom Smartphone zu löschen. Die Berechtigungen von Apps lassen sich in der Regel aber auch im Nachhinein anpassen.

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