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4. Dezember 2012
Verbrauchertag Baden-Württemberg
Was macht eigentlich BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie)?
Bei der BSE handelt es sich um eine tödlich verlaufende, durch kontaminiertes Tiermehl ausgelöste Erkrankung der Rinder.
Die befallenen Tiere zeigen ein geändertes Verhalten, gehen unsicher und stürzen oft. Bis heute gibt es kein verlässliches Verfahren zur Diagnose der BSE am lebenden Tier.
Beim toten Rind lassen sich unter dem Mikroskop schwammartige Aufweichungen des Gehirnes nachweisen. Die Diagnostik lässt sich durch immunologische Untersuchungen an der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere sichern. Mit Gehirnmaterial von erkrankten Rindern lässt sich die Erkrankung auf eine Reihe von anderen Tierarten übertragen.
Ist die BSE auf den Menschen übertragbar?
Die britische Regierung hatte 1997 einen BSE-Untersuchungsausschuss eingesetzt, um Vorkommen und Entwicklung von BSE bei Rindern seit 1986 sowie das Auftreten und die Verbreitung der neuen Variante der Creutzfeldt-Jacob-Krankheit (nCJK) beim Menschen zu durchleuchten.
Insbesondere in der Frage der Übertragbarkeit des BSE-Erregers auf den Menschen kommt die Untersuchungskommission in dem im Oktober 2000 veröffentlichten Bericht zum Schluss, dass trotz intensiver wissenschaftlicher Forschungen noch ein erheblicher Klärungsbedarf besteht. Auch von Regierungsseite wird jetzt aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse nicht mehr ausgeschlossen, dass in den nächsten Jahren im Vereinigten Königreich mit einigen hundert nCJK-Fällen zu rechnen ist.
Das anatomisch-histologische Bild einer schwammartigen Auflösung von Gehirnsubstanz ähnelt dem bei der BSE. Andererseits tritt die CJD in der genannten Häufigkeit auch in Ländern auf (z.B. Australien, Neuseeland), in denen es weder Scrapie bei Schafen noch BSE bei Rindern gibt.
Weder für die CJD des Menschen, noch für BSE der Rinder konnte bislang ein Erreger identifiziert werden. Als wahrscheinlichstes infektiöses Agens für beide Krankheiten werden "Infektiöse Eiweiße" - sogenannte Prionen - angesehen, die dem Nervengewebe anhaften und ihr genetisch entartetes Potential zur Zerstörung an die Gehirnzellen weitergeben.
Entwicklung
Die Creutzfeldt-Jacob-Krankheit (CJD) ist eine 1920 entdeckte seltene Krankheit, die vorzugsweise bei Menschen über 60 Jahre und in einer Häufigkeit von 1:1 Mio. auftritt. Die neue Form der Creutzfeldt-Jacob-Krankheit (nCJD) ist in Deutschland bislang noch nicht nachgewiesen worden. Die vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz durchgeführten BSE-Schnelltests ergeben seit mehreren Jahren keine positiven Befunde mehr.
Man kann also festhalten:
- Bis jetzt steht fest, dass zumindest Gehirn und verlängertes Rückenmark von an BSE erkrankten Rindern infektiöse Agenzien enthalten.
- Es gibt bei der BSE-ähnlichen Creutzfeldt-Jacob-Krankheit des Menschen von der Norm abweichende Krankheitsformen, die bei britischen Wissenschaftlern zu einem Umdenken geführt haben.
Weitere Informationen
BSE-Schnelltests auf der Seite des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bis 2009
Quelle: Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung





