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4. Dezember 2012
Verbrauchertag Baden-Württemberg
Übergang von Farbstoffen aus Papierverpackungen auf Lebensmittel - immer wieder ein Problem
Untersuchungen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Stuttgart zeigen:
Von Dönertüten, Bäckertüten, Servietten und Co. können Farbstoffe auf Lebensmittel übergehen.
Am CVUA Stuttgart wurden im 1. Halbjahr 2008 vor allem Gegenstände aus Papier, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, wie z. B. Döner-
und Bäckertüten, Backförmchen sowie Servietten und weitere Dekomaterialien (Ostergras, Tortenspitzen, etc.) auf einen möglichen Farbstoffübergang auf Lebensmittel getestet. Rechtlich gesehen dürfen Materialien und Gegenstände für den Lebensmittelkontakt die Farbe eines Lebensmittels nicht verändern. Es dürfen also keine Farbstoffe auf Lebensmittel übergehen, "ausbluten". Die Untersuchungsergebnisse zeigen allerdings, dass diese Vorgabe bei fast einem Viertel der untersuchten Proben nicht eingehalten wird.
Durchführung der Untersuchungen
Zur Überprüfung eines möglichen Farbstoffübergangs werden sog. Ausbluttests durchgeführt. Dabei wird die Lebensmittelkontaktseite des zu prüfenden Materials für eine bestimmte Zeit mit ungefärbten Glasfaserpapierstreifen in Kontakt gebracht, die mit einer Prüfflüssigkeit getränkt sind. Diese Prüfflüssigkeiten repräsentieren unterschiedliche Lebensmittelkategorien: wässrig, sauer, alkalisch und fettig. Die gibt einen Überblick darüber, welche Prüfflüssigkeit für welche Lebensmittelgruppe verwendet wird und nennt Beispiel-Lebensmittel. Nach Ablauf der Kontaktzeit wird der Farbübergang auf die Glasfaserpapierstreifen geprüft. Nur wenn kein Farbstoffübergang stattgefunden hat, erfüllt das Material die rechtlichen Anforderungen.
Beim Ausbluttest verwendete Prüfflüssigkeiten
|
Lebensmittelkategorie |
Prüfflüssigkeit |
Beispiel-Lebensmittel |
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Wässrig |
Wasser |
Gurken, Salatblätter und Tomaten bei belegten Brötchen oder Burgern |
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Sauer |
1,5 %ige Essigsäure |
Sülze, Essiggurken bei belegten Brötchen, Obst auf Kuchen |
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Alkalisch |
0,5 %ige Natriumcarbonatlösung |
Laugengebäck |
|
Fettig |
Öl |
Fettgebackenes wie z.B. Berliner, Donut, mit Käse Überbackenes, Döner |
Untersuchungsergebnisse des CVUA Stuttgart
Im 1. Halbjahr 2008 wurden 59 Proben auf das Ausbluten von Farbstoffen untersucht. Dabei konnte bei 22 % der untersuchten Proben ein Ausbluten von Farbstoffen festgestellt werden, d. h. bei fast einem Viertel der untersuchten Proben. Abbildung 1 zeigt sowohl die Zahl der untersuchten Proben als auch die Zahl der beanstandeten Proben aufgeteilt in die o.g. fünf Kategorien:

Besonders auffällig waren die untersuchten Dönertüten. Hier wurde bei 50 % der Proben ein Ausbluten von Farbstoffen festgestellt. Aber auch bei den untersuchten Dekomaterialien und Bäckertüten lag der Anteil der ausblutenden Materialien mit 33 bzw. 20 % sehr hoch. In Abbildung 2 ist die Häufigkeit des Farbstoffübergangs bei den vier verschiedenen Prüfflüssigkeiten der 13 ausblutenden Proben dargestellt. Demzufolge kommt es vor allem bei fettenden Lebensmittel zu einem Übergang von Farbstoffen aus dem bedruckten Gegenstand auf das Lebensmittel.

Überwachungsmaßnahmen
Beanstandete Verpackungen dürfen nicht weiter als Gegenstände für den Lebensmittelkontakt in den Verkehr gebracht werden. Soweit möglich wird diese Ware komplett gesperrt, so dass sie nicht mehr in den Handel gelangen kann. Mit Hilfe von Nachproben werden die auffällig gewordenen Betriebe weiter beobachtet, bis die Ware zukünftig in Ordnung ist.
Aufgrund der hohen Beanstandungsquote, insbesondere bei Materialien, die mit fettigen Lebensmittel in Kontakt kommen, wird ein weiteres Untersuchungsprogramm dieser Art durchgeführt.
Quelle: Chemische und Veterinäruntersuchungsämter





