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4. Dezember 2012
Verbrauchertag Baden-Württemberg
Wechsel des Strom- und Gasanbieters lohnt sich – Hilfe bieten Tarifrechner und Preisvergleichsportale im Internet
Ein Wechsel des Energieversorgers ist für die Verbraucher derzeit so attraktiv wie selten zuvor. Verbrauchern wird eine jährliche Überprüfung der Versorgungssituation bei Strom und Gas empfohlen. Oft zahlen sich ein Wechsel des Versorgers oder des Tarifs für den Verbraucher aus. Durch die schwankenden Kurse an den Strombörsen sind die Preisunterschiede bei Strom recht groß.
Energieversorger, die 2008 bei hohen Börsenkursen ihren Strom teuer einkaufen mussten, hatten die Preise teilweise kräftig erhöht. Andere Stromlieferanten konnten in den zurückliegenden zwölf Monaten zu niedrigen Kursen einkaufen und senkten dann teilweise ihre Tarife für die Verbraucher. Durch den lebhaften Wettbewerb gibt es beim Strom und inzwischen auch beim Gas zahlreiche günstige Angebote für die Verbraucher. Mit einem Wechsel des Tarifs oder des Versorgers können sich ganz leicht mehrere Hundert Euro jährlich für die Haushaltskasse sparen lassen.
Anbieterwechsel spart bares Geld
Verbraucher sollten die angebotenen Tarife, Leistungen und Vertragskonditionen der Energieversorgungsunternehmen genau vergleichen. Bei Strom und bei Gas gibt es zwischen den angebotenen Tarifen Preisspannen von bis zu 50 Prozent. Große Unterschiede sind außerdem bei den Zahlungskonditionen und den Vertragslaufzeiten festzustellen.
Tipp für den Energieversorgerwechsel: Prüfen Sie Tarife mit längerfristigen Preisgarantien. Bei ständig steigenden Energiepreisen kann sich z. B. ein Tarif mit einer Preisgarantie von einem Jahr auszahlen. Sie wären dann für die folgenden zwölf Monate vor Preiserhöhungen geschützt.
Mit der Liberalisierung der Energiemärkte sind alle Kunden zunächst in die so genannte gesetzlich garantierte "Grundversorgung" überführt worden. Wer danach nichts mehr unternommen hat, ist heute in der Regel immer noch in diesem "Grundversorgungstarif". Nach Schätzungen von Experten trifft dies auf rund die Hälfte der Haushalte bei Strom und Gas zu. In der Grundversorgung bezahlt der Kunde in Baden-Württemberg mit die höchsten Preise für Strom und Gas in Deutschland und in Europa. Auf der anderen Seite ist gerade im Südwesten die Wettbewerbsintensität besonders hoch und die Wettbewerbspreise sind im nationalen Vergleich recht günstig.
Inzwischen sind sogar viele Ökotarife günstiger als die Grundversorgung. Ein genauer Vergleich der angebotenen Tarife und Leistungen der Energieversorgungsunternehmen ist empfehlenswert.
Preisvergleich im Internet lohnt sich
Tarifrechner und Preisvergleichsportale im Internet bieten Verbrauchern die Möglichkeit zum Preisvergleich sowie fundierte Informationen. Die Datenbanken listen alle am Ort verfügbaren Versorgungstarife und Anbieter auf. Gleichzeitig werden die jährlichen Gesamtkosten in Abhängigkeit vom Verbrauch berechnet.
Im Jahr 2008 nahmen sowohl Öko-Test (03/08) als auch die Stiftung Warentest (09/08) die Tarifrechner unter die Lupe. Test-Sieger wurde in beiden Fällen der Anbieter Verivox. Das Heidelberger Verbraucherportal veröffentlicht regelmäßig auch seine Strom- und Gasmarkt-Servicestudien. In den Studien zum Strommarkt (Stand 01/2010) und zum Gasmarkt (Stand 08/2009) wurden die wichtigsten Anbieter und Tarife nach ihrer Verbraucherfreundlichkeit im Zusammenhang mit den Vertragskonditionen, Laufzeiten und dem Kundenservice bewertet. Dies schafft mehr Transparenz und gibt dem Verbraucher neben dem Preis weitere Entscheidungskriterien für einen eventuellen Wechsel.
Beratung und Hilfestellung zu einem möglichen Versorgerwechsel bietet auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (www.vz-bawue.de) an.
Qualitätssicherung bei Preisvergleichsportalen wichtig
Die Preisvergleichsportale im Internet sind eine gute Basis für mehr Kostentransparenz bei Gas und Strom. Allerdings muss sich der Verbraucher darauf verlassen können, dass ihm die Energiepreisvergleichsportale aktuelle und vollständige Auskünfte geben. Regelmäßige Tests oder die Einführung eines Gütesiegels könnten bei den Verbrauchern Vertrauen und Sicherheit schaffen. Baden-Württemberg startete deshalb gemeinsam mit der Wirtschaft noch im Februar 2010 eine Initiative zur Qualitätssicherung der Preisvergleichsportale.
Engagement der Verbraucher gefragt
Trotz der offensichtlichen Vorteile für die Verbraucher ist die Wechselwilligkeit der Energiekunden nach wie vor verhalten. Nach Branchenangaben wechseln jährlich etwa ein bis zwei Millionen Haushalte ihren Tarif oder Versorger. Dies entspricht vier bis fünf Prozent der Haushalte. Um über die Nachfrageseite den Wettbewerb zu stärken, sollte die jährliche Wechselquote bei deutlich über zehn Prozent der Haushalte liegen. Eine weitere Belebung des Wettbewerbs würde zu einer größeren Angebotsvielfalt, mehr Wettbewerb und entscheidenden Impulsen für wichtige Innovationen führen.
Politik muss für unkomplizierte Wechselbedingungen sorgen
Das Verbraucherministerium strebt eine Vereinfachung des Wechsels von Strom- und Gasanbietern für die Verbraucher an. Der Anbieterwechsel sollte z. B. in einem Zeitraum von drei Wochen möglich sein und sich nicht über mehrere Monate hinziehen. Gleichzeitig sollten auch die Rechte der Verbraucher gestärkt und im Streitfall geeignete Beschwerde- und Schlichtungsverfahren eingerichtet werden.
Weiterführende Links:
Strom- und Gasanbieterwechsel - Die wichtigsten Tipps; Klappkarte oder Datenblatt zum Ausdrucken des Bundesministeriums für Verbraucherschutz (BMELV)
MLR-Presseaktion (Januar 2010): "Die Preisunterschiede bei Strom waren noch nie so groß wie 2010"
MLR-Presseaktion (August 2009): "Verbraucher zahlen zu viel Geld für Energie"
Ergebnis Öko-Test "Stromtarifrechner" (03/08): Öko-Test - Strompreisrechner (pdf)
Ergebnis Stiftung Waren-Test "Stromtarifrechner" (09/08): Stromtarifrechner – So finden Sie die besten Angebote
Stromanbieterwechsel: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
Bundesnetzagentur: www.bundesnetzagentur.de; siehe auch: Infoblatt – Wechsel des Strom- und Gaslieferanten
Quelle: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz





