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"Konsumieren mit Köpfchen" - Materialien zur Verbraucherbildung von Jugendlichen
"Money & Kids" - Finanz-kompetenz in der Grundschule
Werbung - erkennen, analysieren, Distanz entwickeln
Materialkompass - Materialien zur Verbraucherbildung in Sekundarstufe I und II
Veranstaltungen
Vorschau:
4. Dezember 2012
Verbrauchertag Baden-Württemberg
Das Geheimnis der Katalogsprache
Die Urlaubskataloge der Pauschalreiseveranstalter haben zwei Aufgaben: zu informieren, vor allem aber zu animieren. Sie informieren z. B. über Preise, Abflughäfen, Leistungen,
Lage und Ausstattung der angebotenen Hotels. Es muss aber auch bereits im Katalog stehen, in welcher Höhe die Anzahlung zu leisten ist, und wann die Restzahlung zu erfolgen hat. Informiert werden muss auch über den Bestimmungsort, die Transportmittel, über Mahlzeiten, Pass- und Visumsvorschriften sowie über eine eventuell für die Durchführung der Reise erforderliche Mindestteilnehmerzahl. Diese verbindlichen Prospektangaben schreibt der Gesetzgeber sogar seit dem Jahr 1994 mit der Verordnung über Informationspflichten von Reiseveranstaltern vor. Damit soll Tranparenz und ein größerer Zwang zur Ehrlichkeit erreicht werden.
Verführerische Angebote
Dennoch enthalten Kataloge nicht nur nüchterne, objektive Informationen. Sie sollen in erster Linie verkaufen helfen und dem Leser und potentiellen Bucher eine Vorstellung von einem Traumurlaub suggerieren. Daher klingen die Texte verführerisch, die Beschreibungen positiv. Nachteile versucht man durch wohlklingende phantasievolle Formulierungen zu verstecken. So verbergen sich hinter positiven Redewendungen leider häufig negative Aussagen. Wer denkt nicht bei der Beschreibung „naturbelassener Strand“ an einen wunderschönen, einsamen, unberührten Ort. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Hinter dieser Formulierung versteckt sich die Aussage, dass der Strand eher ungepflegt ist und Unrat und Strandgut liegen bleiben. Hier weitere Geheimisse der Katalogsprache und ihre Interpretationen:
"Aufstrebende Gegend"
Ein derartig angepriesener Urlaubsort erweist sich oft als eher unterentwickelt, mit einer Vielzahl von Baustellen ist zu rechnen.
"Zur Meerseite hin"
Einen Blick aufs Meer garantiert diese Beschreibung nicht, wahrscheinlich ist der Blick auf das Meer sogar versperrt
"Im Zentrum"
Lärm am Tag und in der Nacht ist mit dieser Beschreibung fast garantiert
"Naturbelassener Strand"
Statt Idylle erwartet den Urlauber hier eher ein ungepflegter Strand mit Steinen und Unrat.
Es lohnt also, die Geheimsprache der Kataloge zu verstehen. Wer sie kennt und die Begriffe und Redewendungen richtig interpretieren kann, der kann als aufgeklärter Verbraucher Enttäuschungen und Problemen vor Ort gleich aus dem Wege gehen und erlebt dann vielleicht wirklich seinen Traumurlaub
Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie auf der Website der Verbraucherzentrale unter der Rubrik "Reise, Freizeit + Mobilität".
Bei speziellen Fragestellungen und Problemen nutzen Sie das Beratungsangebot der Verbraucherzentrale zum Thema Reisen.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg





