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  • 22.09.2017
Downloading - Filesharing

Das Urheberrecht und die Fallen: Downloading und Filesharing

Schild mit Beschriftung Original und Plagiat

Musik, Filme, Serien – man findet fast alles im Internet. Nicht alle Werke sind jedoch auf rechtmäßigem Weg dorthin gelangt, Rechtsverletzungen sind häufig. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind deshalb nicht ohne Grund unsicher, was passiert, wenn sie im Internet Inhalte herunterladen.

Privatkopie

Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken zum rein privaten, nicht in irgendeiner Form kommerziellen Gebrauch sind grundsätzlich erlaubt. Verbraucherinnen und Verbraucher dürfen zum Beispiel eine CD für ihre Freunde kopieren. Dazu muss die CD der Verbraucherin oder dem Verbraucher noch nicht einmal gehören – sie kann auch von Freunden oder aus der Bücherei ausgeliehen sein. Voraussetzung für eine legale Privatkopie ist aber stets, dass hierzu kein Kopierschutz umgangen wird. Weitere wichtige Voraussetzung für eine legale Privatkopie ist, dass das zu kopierende Werk selbst nicht bereits „offensichtlich rechtswidrig“ hergestellt oder veröffentlicht wurde.

Diese Grundsätze gelten auch im Internet. So dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher urheberrechtlich geschützte Inhalte wie Musikstücke, Bilder oder Videos herunterladen und diese einzelnen Freunden per E-Mail, Messenger oder auf sonstige Weise per Internet zur Verfügung stellen, sofern dieser Inhalt nicht „offensichtlich rechtswidrig“ ins Internet gestellt wurde.

Was ist „offensichtlich rechtswidrig“?

Der Gesetzgeber hat im Urheberrechtsgesetz nicht genau definiert, was offensichtlich rechtwidrig ist. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen jedoch kein Rechtsgutachten einholen, um zu entscheiden, ob eine Seite offensichtlich rechtswidrig ist oder nicht. Der gesunde Menschenverstand reicht.
 
Unproblematisch ist es natürlich, wenn der jeweilige Rechteinhaber selbst die Inhalte zum Download zur Verfügung stellt. So kommt es mittlerweile nicht selten vor, dass Plattenfirmen, Musiker, Filmemacher, Autoren oder Fotografen ihre Werke selbst im Internet veröffentlichen, damit das Publikum auf sie aufmerksam wird. In vielen Fällen können Verbraucherinnen und Verbraucher aber nicht abschließend beurteilen, ob derjenige, der beispielsweise ein Musikstück, ein Video oder einen Text im Internet veröffentlicht hat, auch über die entsprechenden Rechte oder Erlaubnisse verfügt.

Einige Hinweise auf Rechtswidrigkeit sind:

  • Eine Seite bietet Filme gratis an, die gerade erst im Kino angelaufen sind.
  • Die technische Qualität der Inhalte ist schlecht – zum Beispiel Filme, die sichtbar von der Kinoleinwand abgefilmt wurden.
  • Die Seite hat dubiose Werbung geschaltet, etwa für Erotikangebote oder Glücksspiele.
  • Man kann keinen Verantwortlichen für die Seite ausmachen. Es gibt kein ordnungsgemäßes Impressum und keine „Über uns“-Seite.
  • Die Webadresse weist eine exotische Länderkennung auf, wie zum Beispiel die Südseeinsel Tonga (Domain: .to) oder Osttimor (Domain(.tl)
  • Man wird dazu aufgefordert, spezielle Software zu installieren oder sogar zu kaufen. Die Gefahr, dass man sich damit ein Schadprogramm auf den Computer lädt, ist ziemlich groß.

Das alles sind Indizien, keine endgültigen Beweise. Man sollte in solchen Fällen genauer hinsehen und im Zweifel die Seite verlassen, ohne etwas herunterzuladen oder anzuschauen.  

Privatkopie gilt nicht immer

Die Grundsätze der Privatkopie sind allerdings nicht anwendbar, wenn man urheberrechtlich geschützte Werke für alle bzw. für eine Vielzahl von Personen zugänglich ins Internet stellt. Hat man keine explizite Erlaubnis der Rechteinhaber (auch Lizenz genannt), begeht man in der Regel eine Urheberrechtsverletzung, auch wenn man das betreffende Bild, Video, Musikstück o. ä. selbst nicht aus einer offensichtlich illegalen Quelle hat.

Beispiel: Eine Verbraucherin lädt eine Musikdatei in einen Cloud-Speicherdienst hoch. Wenn sie das Musikstück nur mit einer Freundin teilt, ist das eine Privatkopie. Stellt sie das Stück so ins Netz, dass beliebige Personen darauf zugreifen können, zum Beispiel indem sie den Link auf einer öffentlich zugänglichen Webseite einstellt, begeht sie eine Urheberrechtsverletzung. Zulässig wäre eine solche Weitergabe des Musikstücks nur, wenn sich der jeweilige Rechteinhaber (z. B. der Komponist bzw. die Plattenfirma) zuvor ausdrücklich damit einverstanden erklärt hätte.

Filesharing – Teilen von Dateien

Filesharing bezeichnet den Austausch von Dateien über das Internet. Bei der Nutzung von Filesharing-Programmen verbinden die Teilnehmer des Netzwerks ihre Geräte direkt miteinander und tauschen alle Dateien aus, die sie hierzu freigegeben haben. Aus diesem Grund werden solche Netzwerke oft auch als „Tauschbörsen“ bezeichnet. Der Unterschied zum reinen Herunterladen besteht also darin, dass bei Filesharing-Programmen Dateien normalerweise nicht nur herunter-, sondern gleichzeitig auch hochgeladen werden. Die Nutzerinnen und Nutzer solcher Anwendungen stellen die entsprechenden Werke somit auch anderen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung. Manche Programme erlauben es, diese Funktion manuell auszuschalten, bei anderen (wie z. B. dem Bittorrent-Protokoll) geht das aus technischen Gründen oftmals nicht.

Filesharing-Programme zu nutzen, ist nicht automatisch illegal. Man kann mit ihnen zum Beispiel sehr effizient große Dateien übertragen. Wenn die getauschten Werke allerdings urheberrechtlich geschützt sind und man keine explizite Erlaubnis hat, sie zu verbreiten, begeht man eine Urheberrechtsverletzung. Wie oben dargestellt, gilt hier die Privatkopie-Regelung nicht. Im privaten Bereich kann das zur Folge haben, dass die Rechteinhaber den betreffenden Nutzerinnen und Nutzern Abmahnungen zukommen lassen, die empfindliche Geldforderungen beinhalten.

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