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Kennzeichnung loser Ware
  • 09.06.2016

Kennzeichnung von unverpackten Lebensmitteln

Einkauf an der Käsetheke

Lebensmittelrechtliche Vorschriften sehen auch für nicht vorverpackte Produkte die Kennzeichnung bestimmter Angaben vor. Darüber hinaus sind freiwillige Informationen möglich, für die jedoch bestimmte rechtliche Anforderungen zu beachten sind.
 
Vor Gültigkeitsbeginn der Lebensmittelinformationsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, kurz: LMIV) zum 13. Dezember 2014 unterlagen freiwillige Angaben beziehungsweise Informationen beim Inverkehrbringen nicht vorverpackter Lebensmittel (sogenannter lose Ware) allein dem Irreführungsverbot. Für Umfang, Form und Gestaltung der Angaben galten darüber hinaus keine weiteren Anforderungen.
 
Für Lebensmittelunternehmer gelten jetzt bei der Abgabe nicht vorverpackter Lebensmittel die Vorschriften zur Allergenkennzeichnung nach der LMIV sowie der entsprechenden nationalen Durchführungsverordnung. Darüber hinaus ist unter anderem die Kenntlichmachung von Zusatzstoffen Pflicht. Weitere Angaben, die bei vorverpackten Lebensmitteln verpflichtend sind, sind freiwillig. Sie haben entsprechend Artikel 36 Absatz 1 LMIV detaillierten Bestimmungen zu entsprechen.

Das Verständnis für die neuen Anforderungen an freiwillige Informationen für nicht vorverpackte Lebensmittel ist bei zahlreichen Lebensmittelunternehmen, häufig handwerkliche Betriebe, noch nicht vorhanden. Teilweise führen Unsicherheiten bei der Umsetzung der Allergenkennzeichnung dazu, dass darüber hinaus oder anstelle derer andere Informationen verwendet werden, z. B. Zutatenlisten, die dann bei der Beurteilung als freiwillige Angaben eingestuft und nach den Vorgaben von Artikel 36 Absatz 1 LMIV beurteilt werden müssen.
 
Als Hilfe für die unteren Lebensmittelüberwachungsbehörden (UVBs) haben die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter in Baden-Württemberg Hinweise zur Kennzeichnung von unverpackter Ware zusammengestellt. Es handelt sich nicht um eine abschließende Liste aller gegebenenfalls notwendigen Kennzeichnungselemente für unverpackt abgegebene Lebensmittel. Die Hinweise können sowohl die Behörden bei Kontrollen - insbesondere kleinere Kennzeichnungsmängel können so auch ohne Probenahme und Gutachten erkannt und korrigiert werden - als auch die Lebensmittelunternehmen bei der Vermeidung von Kennzeichnungsmängeln unterstützen.

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