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Altersvorsorge
  • 02.04.2016

Private Vorsorge für das Alter – möglichst einfach, transparent und kostengünstig

Tafel mit Begriffen zur Altersvorsorge

Den Lebensstandard im Alter halten zu können – das wünschen sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher. Eine gute Altersvorsorge ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Finanzielle Unterstützung hierzu erhalten die Verbraucherinnen und Verbraucher im Rahmen der staatlich geförderten, privaten Altersvorsorge („Riester-Rente“). Damit diese Angebote auch bei sinkendem Niveau der gesetzlichen Renten dazu beitragen können, im Alter das Lebensniveau zu halten, müssen am Ende sowohl die eigenen Sparbeiträge als auch das staatliche Fördergeld bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen – im Idealfall mit einer angemessenen Rendite. Doch die meisten derzeit am Markt befindlichen Angebote gehen am Bedarf der Bürgerinnen und Bürger vorbei, denn sie werden als zu teuer und zu wenig transparent wahrgenommen. Ein Grund hierfür sind hohe Verwaltungs- und Abschlusskosten.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) setzt sich deshalb für neue Wege bei der privaten Altersvorsorge ein. Ein verbraucherfreundliches Altersvorsorgekonto soll demnach in erster Linie garantieren, dass die finanzielle staatliche Förderung auch tatsächlich bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt und zur Erhöhung ihrer selbstfinanzierten Altersvorsorge beiträgt. Das Konzept eines Altersvorsorgekontos als einfaches, transparentes und kostengünstiges Basisangebot ist darauf ausgerichtet, auch Geringverdienern und Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien zur Verfügung zu stehen. Das Basisprodukt soll ohne Provisionen und mit möglichst niedrigen Abschluss- und Verwaltungskosten angeboten werden, damit Bürgerinnen und Bürger möglichst viel des eingezahlten Geldes ansparen können.

Im Detail sind folgende Kriterien für ein verbraucherfreundliches Altersvorsorgekonto relevant: Es sollte eine sichere Geldanlage sein, die transparent, vergleichbar, leicht verständlich und möglichst kostengünstig ist. Im Idealfall sollten bei der Anlage ethische, soziale und ökologische Kriterien eingehalten werden. Ein weiteres zentrales Kriterium für ein solches Vorsorgekonto ist, dass es Verbraucherinnen und Verbrauchern, die früh in die Rente eintreten oder einen verminderten Erwerb ausgleichen wollen, ermöglicht, Abschläge bei der gesetzlichen Rente in Kauf zu nehmen. Darüber hinaus ist für ein solches Konto von zentraler Bedeutung, dass der zu verrentende Zeitraum mit einer realistischen Lebenserwartung kalkuliert wird und die eingezahlten Beiträge gänzlich vererbbar sein können. Außerdem sollen Bürgerinnen und Bürger ohne definierte Höhenbegrenzung auf das Vorsorgekonto einzahlen können  – und zwar bei gleicher staatlicher Förderung wie für die am Markt bereits existierenden Produkte. 

Die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg hat ein Modell entwickelt, welches den Kriterien des MLR entspricht und diese verwirklichen würde. Für die Einführung des Altersvorsorgekontos wäre jedoch ein Gesetzgebungsverfahren der Bundesregierung notwendig. Forderungen der Verbraucherministerien der Länder und aus dem deutschen Bundestag nach einer Reform der staatlich geförderten private Altersvorsorge ist die Bundesregierung bisher nicht nachgekommen.
In die Diskussion um die private Altersvorsorge sind in jüngster Zeit zwei weitere, bemerkenswerte Konzepte vorgelegt worden, die in den Grundzügen dem MLR-Konzept ähneln.

So hat die hessische Landesregierung ein Positionspapier für eine staatlich geförderte, privat finanzierte Altersvorsorge vorgestellt – die sogenannte „Deutschland-Rente“. Die Beiträge für die "Deutschland-Rente" sollen vom Arbeitgeber direkt an die Deutsche Rentenversicherung abgeführt werden. Wer die Zusatzrente nicht möchte, muss dem Arbeitgeber aktiv widersprechen. Ansonsten werden seine Beiträge, aufgestockt um die staatliche Zulage, über den Arbeitgeber automatisch für die neue Rente angespart.
Informationen zur Deutschland-Rente auf der Internetseite des Landes Hessen; Pressemitteilung vom 28.12.2015

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat ebenfalls ein verbraucherfreundliches Altersvorsorgemodell entwickelt, den sogenannten Vorsorgefonds. Demnach würden Verbraucherinnen und Verbraucher freiwillig Beiträge in einen staatlichen Pensionsfonds investieren, der ausschließlich den Anlageinteressen der Beitragszahler verpflichtet wäre. Es würden also keine Abschluss- und Vertriebsfolgeprovisionen anfallen.
Details zum Konzept Vorsorgefonds der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.


Die verbraucherfreundliche Ausgestaltung der staatlich geförderten, privaten Altersvorsorge wird auch weiterhin ein wichtiges verbraucherpolitisches Ziel des baden-württembergischen Verbraucherministeriums sein.

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