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Labels
  • 25.09.2019

Labels auf Produkten hinterfragen

Verbraucherin achtet auf Labels an Kleidungsstück

Viele Produkte tragen mittlerweile ein oder mehrere Labels. Sie bescheinigen ihnen bestimmte Eigenschaften oder Herstellungsmerkmale. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist häufig schwer zu beurteilen, für was ein Label steht und ob es hält was es verspricht. Nicht jedes Label deklariert das, was dem einzelnen Verbraucher wichtig ist: Manche Labels sagen etwas über die Produkteigenschaft, andere etwas über gesetzliche Bestimmungen und wieder andere bescheinigen gewisse Herstellungskriterien. Dazu kommen Labels, die Teil einer Marketingstrategie von Unternehmen sind: Sie dienen nicht der Information, sondern vorwiegend den finanziellen Eigeninteressen der Labelanbieter und der Anbieter der ausgezeichneten Produkte und Dienstleistungen. Für viele Labelanbieter ist der Verkauf von Labels an die Anbieter von Produkten zu einem profitablen Geschäft geworden.

Kritisches Hinterfragen hilft Ihnen bei der Beurteilung der unterschiedlichen Labels und unterstützt Sie bei einer selbstbestimmten Kaufentscheidung:

  • Ist klar erkennbar, wer das Label vergibt?
  • Was hat der Label- oder Testanbieter genau untersucht?
  • Bezieht sich das Label auf die Produktqualität oder andere Kriterien (z. B. soziale Kriterien, Herstellungsprozess etc.)?
  • Legt der Anbieter seine Kriterien offen?
  • Wurden die Kriterien untersucht, die bei der Kaufentscheidung wichtig sind?
  • Muss der Produktanbieter Geld für das Tragen des Labels bezahlen?

Unterscheidung von Labels

Labels werden in freiwillige und verpflichtende Kennzeichnungen unterschieden:

Freiwillige Kennzeichnungen und Gütesiegel

Bei den freiwilligen Kennzeichnungen gibt es Gütesiegel mit und ohne Zertifizierung. Es gibt staatliche Gütesiegel (wie das Qualitätszeichen Baden-Württemberg, Bio-Zeichen Baden-Württemberg, Bio-Siegel der Bundesregierung, das europäische Bio-Siegel oder den Blauen Engel), Gütesiegel von Organisationen und Verbänden (wie z. B. Demeter e. V.) aber auch firmeneigene Gütesiegel und Gütesiegel privater Testanbieter. 

Gütesiegel mit Zertifizierung basieren auf genau definierten Kriterien. Diese bilden die Grundlage für die Herstellung und Verarbeitung des Produktes, das Anbieten einer Dienstleistung oder den Aufbau eines Managementsystems. Die Einhaltung der Kriterien wird regelmäßig durch eine unabhängige, akkreditierte Kontrollstelle überprüft. Es liegen in der Regel feste und transparente Prüfkriterien zugrunde.

Bei Gütesiegeln ohne Zertifizierung wird die Umsetzung der Kriterien nicht durch einen Zertifizierungsprozess überprüft und bestätigt. Sie können neben Herstellungs- und Verarbeitungskriterien auch vom fertigen Produkt ausgehen und ausgewählte Produkteigenschaften hervorheben.

Bewertung

Zertifizierte Gütesiegel sind in der Regel seriös, da sie durch einen mehrschichtigen Zertifizierungsprozess regelmäßig kontrolliert werden (z. B. Qualitätszeichen Baden-Württemberg oder Blauer Engel). Die Bewertung der Seriosität von Gütesiegeln ohne regelmäßige Zertifizierung ist schwieriger. Nicht zertifizierte Labels von Firmen, Organisationen oder privaten Anbietern sind häufig intransparent und dienen als Marketinginstrumente. Hier lohnt es sich, die Prüfkriterien genau zu recherchieren.

Kennzeichnungsvorschriften und verpflichtende Deklarationen

Labels, denen Kennzeichnungsvorschriften zugrunde liegen, sind staatlich vorgeschrieben und beruhen auf einer gesetzlichen Grundlage. Beispiele hierfür sind Kennzeichnungen der Energieklasse bei Haushaltsgeräten oder Fahrzeugen. Die Deklaration geht vom fertigen Produkt aus und hebt ausgewählte Produkteigenschaften mit einem Wort- oder Bildzeichen hervor. Somit liegen einer Deklaration keine Kriterien zugrunde, die bei der Herstellung oder Verarbeitung erfüllt werden müssen. Kontrolliert werden muss lediglich, dass die Einteilung der Produkte aufgrund der Produkteigenschaften korrekt erfolgt. Weitergehende Zertifizierungssysteme sind bei Deklarationen nicht notwendig. Verpflichtende Kennzeichnungen sind in der Regel seriös.

Weitere Informationen und Quellen

Information über verschiedene Labels und deren Prüfkriterien bei Label-online

Übersicht über Umwelt- und Sozialsiegel und was sie bewerten bei Siegelklarheit.de

www.labelinfo.ch; die schweizerische Stiftung Pusch hat Labels auf dem Schweizer Lebensmittelmarkt bezüglich Nachhaltigkeit beurteilt, die sich teilweise auch auf dem deutschen Markt finden. 

www.testwatch.de; Testwatch weist auf die Vielzahl bestehender Labelanbieter und deren unterschiedliche Seriosität hin

Die Verbraucherkommission Baden-Württemberg fordert die Definition von Kriterien für Vertrauenslabel

Ratgeber zu Energieeffizienzklassen bei finanztipp.de



Weitere Informationen dazu im Verbraucherportal Baden-Württemberg:

Energieeffizienz bei Haushaltsgeräten 

Lebensmittelkennzeichnung

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