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  • 04.02.2019
Einkaufen im Internet

Wie erkenne ich Fake-Shops?

Fake-Shop-Auswahl auf der Tastatur

Der Onlinehandel boomt. Immer häufiger tummeln sich täuschend echt aussehende gefälschte Internet-Verkaufsplattformen (Fake-Shops) auf eigenen Seiten im Internet oder auf etablierten Verkaufsplattformen wie Amazon oder Ebay.

Eine Studie des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) zeigt, dass in nur zwei Monaten (Dezember 2016 und Januar 2017) mehr als 27.000 Online-Shops in Deutschland, Schweden, Großbritannien und Spanien gefälschte Waren vertrieben haben. Für das Jahr 2016 weist die Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts 70 506 Fälle von Warenbetrug im Internet aus. Wie viele dieser Fälle in Zusammenhang mit einem Fake-Shop stehen, lässt sich nicht nachvollziehen. Da immer mehr Menschen im Internet einkaufen, rechnen Experten damit, dass das Ausmaß der Fake-Shops und die damit verbundenen Probleme noch zunehmen werden.

Was sind Fake-Shops?

Fake-Shops sind betrügerische Online-Shops, die in der Regel mit Schnäppchen für teure Markenuhren, Designerkleidung, Schuhe oder Smartphones werben. Oft verlangen sie eine Zahlung mittels Vorauskasse, liefern die versprochene Ware anschließend aber entweder gar nicht oder nur in deutlich schlechterer Qualität als versprochen. Fake-Shops sind mittlerweile sehr professionell gemacht oder sehen den Internetseiten bekannter Anbieter zum Verwechseln ähnlich, so dass es für Verbraucherinnen und Verbraucher schwer ist, sie als solche zu identifizieren. Außerdem ist zu beobachten, dass die Betrügereien mit Fake-Shops variantenreicher und vielfältiger werden.

Welche Ziele verfolgen Fake-Shops?

Neben Geld einnehmen ist häufig auch das Sammeln persönlicher Daten, wie Kreditkarteninformationen, Namen, Adressen und Geburtsdaten das Ziel. Die Daten werden dann weiterverkauft oder für betrügerische Zwecke genutzt. Oft wird die Kreditkarte höher belastet, als die Ware auf der Webseite gekostet hat. Haben die Betrüger komplett die Identität einer Verbraucherin oder eines Verbrauchers gestohlen, können sie beispielsweise in deren Namen auf ihr Konto einen Fake-Shop eröffnen. Nach Erfahrungen von Experten werden gerade Fake-Shops unter .de-Domains häufig mit „gestohlenen Identitäten” registriert.

Mehr Informationen zu Fake-Shops mit gestohlenen Identitäten erhalten Sie auf der Webseite des Marktwächters Digitale Welt: Auch Sie könnten Fake-Shop-Besitzer sein!

Daneben berichten Experten, dass Fake-Shops teilweise mit Fake-Inkassounternehmen (falsche Inkassounternehmen) zusammenarbeiten, welche die Betroffenen mit der Zahlung der Rechnung des Fake-Shops unter Druck setzen.

Nähere Informationen zu unseriösen Inkassounternehmen erhalten Sie auf der Webseite der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.: Inkassounternehmen: Branche mit vielen schwarzen Schafen

Initiative Baden-Württembergs 2018

Seit 2018 setzt sich das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) bei der Bundesregierung für ein schnelles und entschlossenes Handeln gegenüber Fake-Shops und Fake-Inkassounternehmen ein. Auf Initiative von Baden-Württemberg hat die 14. Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) im Juni 2018 das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gebeten, ein gemeinsames, konsequentes Vorgehen von Verbraucherschutzeinrichtungen und den Strafverfolgungsbehörden gegen den Onlinebetrug zu prüfen.

Wie Sie Fake-Shops erkennen können:

Auch wenn Fake-Shops seriös aussehen und auf den ersten Blick nur schwer zu identifizieren sind, gibt es doch ein paar Anhaltspunkte, an denen Sie einen Fake-Shop erkennen können:

  1. Das Impressum
    Sie können es leicht überprüfen. Ein Impressum muss die Adresse, einen Vertretungsberechtigten und eine E-Mail-Adresse sowie einen Verweis auf das Handelsregister mit entsprechender Nummer enthalten. Bei vielen Fake-Shops fehlt das Impressum.
  2. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)
    Fehlen die AGB oder sind diese in schlechtem Deutsch verfasst, ist das ein deutliches Erkennungszeichen für einen Fake-Shop.
  3. Dubioser Domainname
    Oft besitzen Fake-Shops einen Domainnamen, der zuvor bereits von einer anderen Firma oder Institution genutzt wurde. Dadurch kann es vorkommen, dass manche Fake-Shops den Namen eines inzwischen geschlossenen Handwerksbetriebs oder Restaurants haben. Wenn beispielsweise eine Klempnerei plötzlich Markenschuhe zum Schnäppchenpreis anbietet, dann könnte das ein Indiz für einen Fake-Shop sein.
  4. Zahlung per Vorkasse
    Oftmals bieten Fake-Shops lediglich Zahlung per Vorkasse an. Immer häufiger lassen Fake-Shops den Kunden zu Beginn der Bestellung aus verschiedenen Zahlungsweisen auswählen. Beim letzten Bestellschritt wird jedoch nur noch Vorkasse, beispielsweise in Form einer Überweisung, als einzige Zahlungsmöglichkeit angeboten. Zahlen per Vorkasse birgt das Risiko, dass das Geld vom Fake-Shop einbehalten wird. Bei Zahlung per Lastschrift oder Kreditkarte, kann der Betrag zurückgeholt oder der Kreditkartenbuchung widersprochen werden. Mehr Informationen zu sicheren Bezahlarten im Internet im Verbraucherportal unter Bezahlen im Internet.
  5. Gefälschtes Gütesiegel
    Schwieriger zu erkennen ist ein gefälschtes Gütesiegel auf einer Fake-Shopseite. Ob das Siegel echt ist, lässt sich auf der Seite des Siegelanbieters herausfinden. Dort sind alle Firmen gelistet, die über das Zertifikat verfügen. Ein fehlendes Gütesiegel ist aber kein Hinweis darauf, dass es sich um einen unseriösen Online-Shop handelt. Das Verbraucherportal informiert zu Online-Gütesiegeln: Orientierung im Dschungel der Internet-Gütesiegel.
  6. Übertrieben gute Kundenbewertungen
    Gibt es keine oder ausschließlich auffallend gute Bewertungen, kann dies auch ein Indiz für einen Fake-Shop sein.

Ansprechpartner für Verbraucherinnen und Verbraucher:

Vermuten baden-württembergische Verbraucherinnen und Verbraucher einen Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften oder sind Opfer eines Fake-Shops geworden, haben sie die Möglichkeit, sich an folgende Institutionen zu wenden:

1. Bei Vermutung eines Fake-Shops:

  • Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.
    Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg informiert und berät Verbraucherinnen und Verbraucher und unterstützt sie bei der Rechtsverfolgung.
  • Marktwächter Digitale Welt
    Der Marktwächter Digitale Welt ist eines der Frühwarnsysteme der Verbraucherzentralen. Er analysiert die Märkte aus Verbrauchersicht und hilft Verbraucherschützern, Probleme rechtzeitig zu erkennen. Um Erkenntnisse zu sammeln, nimmt der Marktwächter auch Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern entgegen.
  • Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA)
    Das LKA nimmt ebenfalls Mitteilungen, Hinweise oder Anzeigen zu Straftaten entgegen, die kein sofortiges Tätigwerden der Polizei erfordern. Die Nachricht wird dann vom Landeskriminalamt an die zuständige Polizeidienststelle weitergeleitet.

2. Als Opfer eines Fake-Shops:

  • Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. bietet Beratungsangebote (in der Beratungsstelle, online oder telefonisch) an.
  • Betrugsopfer sollten auf jeden Fall bei der Polizei Anzeige erstatten. Der Kaufvertrag, die Bestellbestätigung und E-Mails sollten hierfür aufbewahrt und ausgedruckt werden.
  • Zu Analysezwecken bittet auch der Marktwächter Digitale Welt um die Mitteilung von Betrugsfällen.

Weitere Informationen

Abzocke online: Wie erkenne ich Fake Shops im Internet? Informationen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.

Fake-Shops, Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
 
Inkasso-Forderung erhalten? Kostenlos online checken! Inkasso-Check der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.

Trusted Shops, TÜV & Co.: Welche Gütesiegel bei Onlineshops sind seriös? Informationen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.

Einkaufen im Internet: Sicher bezahlen im Internet; Verbraucherportal Baden-Württemberg

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